Weltbühne

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Ein Thema - verschiedene Meinungen:

Anbau von Energiepflanzen sichert Existenzgrundlage von Millionen Bäuerinnen und Bauern
„Weltweit wird auf ca. zwei Prozent der Ackerfläche Bioenergie angebaut, aber mehr als 30 Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche liegen brach. Allein diese Zahlen belegen, dass zuallererst die Armut der Bauern in der Dritten Welt, die kein Geld für Saatgut haben, die Hauptursache des Hungers ist und nicht der geringe Anteil von Bioenergie. Der Anbau von Energiepflanzen sichert die Existenzgrundlage von Millio- nen Bauern. Biomasse-Energie hat allein in Deutschland 100.000 Arbeitsplätze geschaffen, hilft den Treib- hauseffekt einzudämmen und stärkt die regionale heimische Wirtschaft. Die Nutzung von Bioenergie hat in Deutschland 2007 mehr als 54 Millionen Tonnen CO2 eingespart und ist für den Klimaschutz unverzichtbar.“
Fernsehjournalist Franz Alt, 21.10.2008 in The Epoch Times Deutschland Nr. 42/08

Mit dem Agrosprit-Boom wird Zahl der Hungernden weiter steigen
„Weltweit leiden 960 Millionen Kinder, Frauen und Männer an Hunger. Mit dem Agrosprit-Boom wird diese Zahl weiter steigen. Denn für die Produktion von Biodiesel und Bioethanol wird beispielsweise Mais, Zuckerrohr oder Soja verwendet. Da die Anbauflächen in Europa nicht ausreichen, um den Durst der Autos zu stillen, müssen die Pflanzen aus den Entwicklungsländern importiert werden. Die zunehmende Verdrängung der Nahrungsmittelproduktion durch den Anbau von Energiepflanzen führte weltweit zu massiven Preissteigerungen von Grundnahrungsmitteln. Je nach Land sind bis zu 70 Prozent der Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln auf die Herstellung von Agrokraftstoffen zurückzuführen.“
INKOTA e.V., entwicklungspolitisches Netzwerk, Kampagne „Biosprit macht Hunger“

Immer mehr Zuckerrohr bedroht Savannenlandschaften und Waldregionen in Brasilien
„Erklärtes Ziel Brasiliens ist es, im Jahr 2025 zehn Prozent der globalen Benzinnachfrage zu decken. Dies wäre mit einer Verfünffachung der Zuckerrohrflächen von heute sechs Millionen Hektar auf 30 Millionen Hektar verbunden. Die Zuckerrohrexpansion findet nicht, wie häufig von der brasilia- nischen Regierung propagiert, hauptsächlich auf degradierten Flächen statt. Der Cerrado, eine an biologischer Vielfalt immens reiche Savannenlandschaft im Herzen Brasiliens, ist bereits stark von der Zuckerrohrexpansion betroffen. Auch in der Waldregion Amazonien selbst wird, trotz anderslau- tender Darstellungen der Regierung, Zuckerrohr angebaut. 2008 wurden in der Region bereits 19,3 Millionen Tonnen Zuckerrohr geerntet. Brasilien ist in Folge seiner Entwaldung heute der viertgrößte CO2-Emittent weltweit; 70 Prozent seiner CO2-Emissionen gehen auf Brandrodung und Abholzung zurück“.
Dossier von MISEREOR in Zusammenarbeit mit der Redaktion WELT-SICHTEN 11/2009

Anbau für Teller, Trog und Tank ist möglich
„Weltweit wächst der Energiehunger, weltweit ist klar, dass fossile Rohstoffe endlich sind, der Treibhauseffekt eine reale Bedrohung darstellt und Atomkraft nicht gut ist. Energiepflanzen jedoch können auch in Stoffkreisläufen produziert werden. So erzeugen Biokraftstoffe aus hier angebautem Getreide, Raps oder Zuckerrüben ca. 30 bis 60 % Eiweißfuttermittel nebenbei”
Dr. Till Backhaus, Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommern in der Zeitschrift „Top agrar“ vom 17.09.2013

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